WICHTIG

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Hier ein paar Geschichten von unserem Kater Felidae der inzwischen, 2008,

6 Jahre alt ist & absolut keine Anstalten macht,

mal das zu tun, was wir gerne möchten.

Ich wünsche viel Spass beim Lesen !

Sehe ich so aus als würde ich irgendein Wässerchen trüben?

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Der Anfang 8. April 2002

Zwei Wochen bin ich jetzt jung. Graues Fell, seidenweich, schwarze Pfoten, noch fast blind, vor mich hin maunzend.

 

Mit drei Geschwistern muss ich mir einen Karton teilen. Wir stolpern unbeholfen übereinander, kuscheln und wärmen uns aneinander.

 

Manchmal stemme ich mich, mit aller mir zur Verfügung stehenden Kraft, am Kartonrand hoch. Mehr schaffe ich aber noch nicht, außer mein Bruder liegt zufälligerweise unter mir, dann komme ich zumindest mit den Pfoten über den Rand. Der aber rollt sich weg und ich hänge wie ein nasses Säckchen am Rand bis ich runter rutsche. Ihr wisst schon wegen der Kraft und so.

 

Plötzlich werde ich hoch gehoben, eine Hand ist unter meinem Bauch, wohl dass ich nicht runter falle. Meine Beine lasse ich schlaff an den Seiten runter hängen. Mal sehen was jetzt passiert? Eine andere Hand streichelt mich am Kopf und dann über meinen Rücken. Dicht an meinem Ohr spricht jemand ganz leise mit mir. Ich verstehe nur Bahnhof. Diese Stimme habe ich noch nie gehört, es muss jemand Neues sein. Dann werde ich abgelegt. Eine kleinere Hand legt sich unter mein Hinterteil. Dort wo ich liege ist es weich und warm und duftet ganz anders als vorher. Ich liege ganz still und meine Nase, mein Kopf und mein Rücken werden wieder gestreichelt. Och - ist das schön und ich lege meinen Kopf zur Seite an das weiche Etwas. Auch diese Stimme kenne ich nicht die da mit mir flüstert. Hier gefällt es mir und ich strecke mich.

So plötzlich wie alles angefangen hat ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei und ich liege wieder bei meinen Geschwistern.

 

Ich glaube da stehen Veränderungen ins Haus.

 

6 Wochen später

Ich bin schon richtig groß und darf mit Mama und meinen Geschwistern durch das ganze Haus toben. Von oben wo unser Karton steht bis runter in den Keller und wieder rauf. Besonders gefällt uns Kleinen die Küche. Da gibt es Fressen. Den größten Spaß haben wir aber, wenn wir der Mama die Wurstpelle mausen. Wir sind immer schneller als die Mama.

 

Es klingelt.

Ich hebe meine Nase Richtung Tür und als diese aufgeht erkenne ich den Geruch und gehe auf die Neuen zu. Sie erkennen mich auch stellen einen Katzenkorb ab und heben mich hoch. Obwohl ich meine Fellfarbe von ganz grau in gestreift verwandelt habe, wissen sie, dass sie mich im zarten Alter von 2 Wochen auf dem Arm hatten. Ich fühle mich gleich wieder wohl. Ich bekomme wieder festen Boden unter den vier Pfoten und muss erst mal meine Schwester aus dem Katzenkorb buxieren. He Kleine, der ist für mich! Raus hier- ich mache mich hier breit- hoch und lang.

 

Und was wird das jetzt? Der Korb bewegt sich und ich kann nicht mehr raus. Irgendwas versperrt mir den Ausgang. Ich fange an zu maunzen, da kommt eine Hand zu mir rein und fängt mich an zu streicheln. Die leise Flüsterstimme, die ich schon mal gehört habe spricht wieder zu mir. Ich liege ganz still - maunze aber weiter.

 

Den Geruch der Hand kenne ich auch und die Stimme dazu, beruhigen mich.

Nur dieser Krach um mich herum stört mich gar sehr, deshalb lasse ich meine jammervolle Stimme immer wieder mal ertönen. Mein Gehör ist schließlich um ein vielfaches empfindlicher als das von Menschen. Ob das die Neuen auch wissen?

 

Plötzlich ist Ruhe und der Korb bewegt sich wieder, dann wird er vorsichtig abgesetzt. Ich bin zu neugierig um im Korb zu bleiben, also setze ich langsam – ganz langsam Pfote für Pfote in ein neues Zuhause.

Hier riecht es ganz anders, es ist still und alles riesengroß. Ich glaube ich sollte mir nach diesen Aufregungen erst mal ein Plätzchen zum Schlafen suche.

He- Leute – wie wäre es wenn ihr mir zeigt wo euer Schlafplatz ist. Der ist bestimmt kuschelig weich. Kann mich mal einer hoch heben? Nein? Muss ich denn wirklich alles alleine machen?

Geschafft und wie gut das hier riecht und so schön weich.

Ihr Menschen könnt mich jetzt ruhig alleine lassen, schlafen kann ich ganz gut alleine. Aber bevor ihr geht könnte ich noch ein paar Streicheleinheiten gebrauchen.

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Im Dezember 2002

Hallo Ihr lieben Mitmenschen in meinem Geburtshaus !

 

Meine jetzigen Katzeneltern haben mir ans Herz gelegt, mich doch zu Ehren des bevorstehenden Weihnachtsfestes bei Euch zu melden.

 

Aber was geht mich das Fest an, die Hauptsache ist, ich kriege meine Leckerlies und das könnt Ihr mir glauben, ich werde verwöhnt. Nicht umsonst bringe ich inzwischen 4,55kg auf die Waage. Ich habe da auch ganz spezielle Tricks entwickelt, um meinen Katzeneltern um den Bart zu gehen und sie können einfach nicht widerstehen, so lieb haben sie mich.

 

Vom angriffslustigen Killerkater bis zum verschmusten Stubentiger kenne ich alle Nuancen.

 

Wenn ich gut drauf bin, bin ich der weltgrößte Großzehenjäger. Das ist geil, wenn meine Menschen versuchen sie verschwinden zu lassen, ich kriege sie immer.

 

Aber meinen größten Spaß haben sie mir versaut, kleine süße Katzenmädchen lieben- iss nicht. Sie haben vorgesorgt und mich kastrieren lassen. Dafür pisel ich ihnen manchmal in die Badewanne, ein Wasserklo haben sie mir nämlich auch nicht angeschafft, wo ich doch so gerne mit Wasser spiele.

 

Und manchmal falle ich fast ins Klo. Na ja, ich will eben alles wissen.

Katzen sind eben auch nicht besser als Menschen.

Ist es nun beim Duschen oder Baden, ich muss immer dabei sein. Und wenn ich dann auf dem Badewannenrand meinem eigenen Schwanz nachjage, gehe ich auch gleich mal baden, weil ich das Gleichgewicht verliere. Was bin ich auch immer so fix, selber schuld.

 

Meine Menschen sind erst letztens mit mir beim Tierarzt gewesen, stellt euch vor, die Tierärztin hat mich in den Sack gesteckt, nur weil ich ihr einmal meine Krallen gezeigt habe.

Was stecken die mir aber auch eine Spritze in den Mund, von wegen Schluckimpfung gegen Würmer. Und dann sagen sie auch noch, dass das gut schmecken soll.

Was wissen die denn, igittigitt!

 

Aber meine Menschen sind auch nicht viel besser, die waren ganz raffiniert. Die haben mir doch dieses Zeug unter mein Kaninchen mit Soße gemischt. Und weil ich doch, ich gebe es hier öffentlich bekannt, so was von verfressen bin, habe ich unverdrossen in mein Kaninchen mit Soße gebissen und runter mit dem Zeug.

Na ja, so schlimm war es ja eigentlich gar nicht, aber immerhin hat meine Spezies den Ruf etwas mäkelig und eigensinnig zu sein. Und seinen Ruf sollte man schon verteidigen, wenn man was auf sich hält.

Schließlich hat ja jeder seinen Vogel, warum sollte ich eine Ausnahme sein?

 

Meinen neuesten Schlafplatz habe ich mir auch hartnäckig erkämpft. Ich schlafe zu gern auf dem Aquarium. Von da aus kann ich alles überblicken und es ist sooooo schön warm dort.

Ich habe immer mal ganz sachte die Blumentöpfe nach hinten geschoben, die bekamen dann so eine eigenartige Schieflage. Bis es meiner Katzenmutter zu viel wurde. Sie entfernte die Töpfe und ich - hatte gesiegt.

Aber mit dem Fische angeln klappt das nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Da ist so was durchsichtiges zwischen mir und den flinken Fischen. Aber ich habe ja Geduld.

Eines Tages bin ich schneller!

Was ich auch nicht darf, ist im Bett schlafen.

Ha, ha ich schaffe es immer wieder mal ihnen zu entwischen.

Und dann rufen sie mich.

Und dann suchen sie mich.

Und dann bin ich ganz ruhig, denn ich habe mich längst unter ihre Tagesdecke geschlichen.

Aber wenn sie dann die Nase voll haben von der Sucherei, dann werden sie gemein.

Dann schütteln sie nämlich mit der schönen grünen Dose mit den Käserollis, die dort drin so verführerisch klappern.

Dann ist es um mich geschehen.

Dann kann mich nichts mehr in ihrem Bett halten.

Dann muss ich einfach hin, denn Käserollis sind das Größte für mich.

Die sind einfach zu lecker.

So nun ist aber Schluss, ich habe mir ja schon die Pfoten wund geschrieben. Meine Menschen lassen auch grüßen und wünschen ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute im Neuen Jahr!

 

Felidae und Familie.

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Ich mach doch gar nix!

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Hey Leute am 4. Juni 2004

Oh, Entschuldigung!

 

Seien Sie gegrüßt - meine werten Damen, meine Herren!

Darf ich mich erst mal vorstellen?

Mein Name ist Felidae - der Zweite.

Sie lesen richtig: lateinisch Felidae, zu Deutsch Katze.

Schlicht und ergreifend Katze.

Stellen Sie sich das vor,

nicht Mausi, nicht Susi,

nicht Miez und auch nicht Mauz .

Einfach nur Katze. Igittigitt!

 

Hätte sich meine Ziehmutter nicht mal erbarmen und mich vorher fragen können,

bevor sie mir diesen Namen verpasste?

Ich kann die Kinder voll verstehen, die mit ihrem Namen unzufrieden sind.

Blaubart oder Kasimir, die Namen sind doch sooooo cool.

Diese Namen würden zu mir passen.

Aber- nein, einfach nur Katze.

 

Aber lassen wir das jetzt. Das kann ich sowieso nicht ändern!

Sie werden sich vielleicht fragen: „Ja und - warum nun der Zweite?“

Tja, Leute, zu meinen Füßen liegt hier ein wirklich schöner Kater.

Rabenschwarz, langes Haar mit Silberfäden – aber – Mausetod und ausgestopft. Leider!

Nix mit Spielgefährte, nix mit toben und kuscheln schon gar nicht!

Wenn ich deshalb mal sauer bin, knabbere ich manchmal an seiner einen Kralle.

Aber das macht mir schnell auch keinen Spaß mehr.

Und dieser tote Kater war mein Vorgänger und hieß – wie kann es anders sein – Felidae.

Deshalb also „der Zweite“. Und wenn ich schon diesen Namen tragen muss,

dann bitte schön mit diesem Zusatz.

 

Wenn schon – denn schon!

 

Aber weshalb ich eigentlich schreiben lasse, ist das IAMS welches Sie mir freundlicher Weise geschickt haben.

Für diese Gratisprobe möchte ich mich auf das Herzlichste bei Ihnen bedanken.

Es schmeckt mir wirklich ganz wunderbar und das schon seit ich feste Nahrung beißen kann.

Erst war´s IAMS für Katzenbabys und dann abwechselnd IAMS Huhn oder Lamm.

Bei Fisch hebe ich aber meine Lefzen. Fisch ist wirklich nicht mein Ding.

Katzen sind eben auch nur wie Menschen, jeder hat so seine Vorlieben.

Auch mein Vorgänger hatte das Futter schon bekommen. Und da meine Ziehmutter so zufrieden damit war, hat sie mir das Futter auch zugute kommen lassen.

Das war das Beste, was sie mir antun konnte. Echt wahr!

Ich bin putzmunter, habe ein tolles Gebiss, athletisch und nicht zu fett, aber auch nicht drahtig, immer zu irgend welchem Blödsinn aufgelegt.

Aber als Lieblingskater darf ich das!

Übrigens meine von mir adoptierten Zieheltern haben sich soweit -

wie ich sie haben will.

 

Ich bin ihr Star und dessen bin ich mir bewusst.

Können Sie ganz sicher ein.

Ja, Leute, das wollte ich bloß mal loswerden.

Ach - eine Frage habe ich doch noch.

Könnten Sie nicht mal eine Packung IAMS mit 3 Sorten zu je 2kg herstellen?

Zusammen gemixt oder getrennt verpackt, mir egal.

Vielleicht lasse ich mich ja dann auch von Fisch überzeugen.

7,5 Kg Huhn zu verfressen, auch wenn es schmeckt, dauert lange. Oder essen Sie jeden Tag Spagetti?

Ich verabschiede mich jetzt und verbleibe mit einem freundlichen Tatzenhieb ohne Krallen.

 

Ihr Felidae der Zweite

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Was soll denn das - Erbsen zum Frühstück - bin ich Vegetarier?

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Fusspflege am 9.Juni 2004

Ne, ne keine Bange. Bei mir heißt das Krallenpflege.

Ich mach das selbst. Selbst ist die Katz!

Schließlich habe ich ja zwei Kratzbäume. Einer steht im Badezimmer und reicht bis an die Decke, der andere steht auf dem Balkon und ist wesentlich kleiner.

Aber ich habe noch andere Sachen zum Kratzen. Diverse Stühle, Sessel, Sofa, Bettkanten, Teppiche, Tapeten, große Zehen, kleine Zehen, Arme, Beine usw..

Aber kann mir mal einer sagen, warum ich immer, wenn ich an etwas anderem kratze, als an meinen Kratzbäumen, dieses scharfe „Felidae“ zu hören bekomme?

Wissen denn meine Menschen nicht, dass ich das tun muss?

Ja, es geradezu eine unabdingbare Notwendigkeit ist?

Oder wollen sie es nicht wissen?

Stellt euch doch bloß mal vor, es verirrt sich tatsächlich mal ein fremder Kater in meine Wohnung.

Der kriegt doch gleich folgendes signalisiert:

„Hier wohnt Felidae der Zweite! Aus die Maus!

Verzisch dich oder es setzt ein paar gewaltige Hiebe.

Nimm deine vier Pfoten und schleich dich, bevor ich zur Sache komme und

du mit blutigen Ohren das Weite suchen musst.“

 

Wie würde es denn euch Menschen gefallen, wenn da ein anderer käme und mit euch eure vier Wände teilen will?

So mir nichts dir nichts wird der zum Hausbesetzer.

Euch möchte ich sehen, wie ihr reagiert.

Und mir soll es da anders gehen? Wohl doch nicht!

 

Na also, was jammert ihr da rum wegen der paar Kratzspuren.

Ihr habt eure Worte – ich hab meine Krallen. Basta!

 

Jetzt aber zur Fußpflege.

Heute bekam meine Ziehmutter recht eigenartigen Besuch. Schon als es klingelt komme ich, wie immer, schnellen Schrittes und hocherhobenen Hauptes aus dem Wohnzimmer stolziert und bin gespannt, wer dies denn wohl ist. Neugierde lässt grüßen.

Da kommt eine junge Frau, die ist bepackt wie ein Esel.

Hier eine Tüte, da ein Köfferchen, dort ein zusammenklappbarer Hocker, ach – und noch eine Tüte.

Alles auf Rücken und Arme verteilt und ein strahlendes Lächeln im Gesicht.

Ja, wo auch sonst?

Das ist ja was für mich.

Neue Sachen die ich untersuchen kann.

Neue Gerüche steigen in meine empfindliche Nase.

Zur Begrüßung der Neuen stelle ich mich gleich mal aufrecht an sie heran.

Sie kommt gar nicht dazu ihre Sachen abzulegen. Ich belege sie gleich mit Beschlag.

So ist das bei mir.

 

Keine Scheu, keine Angst, ich heiß doch nicht Hase.

Das Wort Zurückhaltung kenne ich nicht, ran an den Speck - ein Mäuschen sagen.

 

Da ist aber auch noch so ein Geruch im Spiel. Der ist geradezu animalisch und versetzt mich in Unruhe. Ich kann gar nicht von der Neuen ablassen. Schnupper, schnupper.

Hände, Hose und Gesicht - sind vor mir sicher – sicher nicht.

 

Endlich weiß ich es. Das muss es sein. Sie hat selbst eine Katze.

Meine orangefarbene Morgenliebe hatte ich schon fast vergessen.

Jetzt muss die Neue dran glauben.

Sie hat eine schöne Aussprache, die klingt ähnlich wie die meiner Katzenmutter.

Rein und klar, aus dem hohen Norden eben.

Und dann, wie konnte es auch anders sein, wurde im Bad umgeräumt.

Ich hasse es, wenn umgeräumt wird.

Aber ich kenne das schon von meiner Katzenmutter. Die stellt auch zu gerne immer mal wieder etwas um. Aber ich kann ja nur mit meinem Miauen protestieren.

 

Leute- ihr räumt doch auch meine festen Schleichwege um, denkt doch mal an mich!

Dafür umgarne ich weiter die Neue. Ich kann gar nicht genug von ihrem Geruch kriegen. Das heißt eigentlich von ihrer Katze. Was gehen mich Menschenfrauen an.

Ihre Beine haben es mir angetan ich muss sie einfach beschnuppern. Da ist die Schöne bestimmt erst vor kurzem lang gestrichen. Immer wieder stelle ich mich an ihr hoch.

Mit leichtem Sprung bin ich auf den Wäschetrockner und bin mit meiner Larve in ihre Haare gegangen.

Und meine Katzenmutter immer dazwischen.

 

„Felidae, schnuppere, aber geh dann deiner Wege. Mach schon. Felidae hör jetzt auf.“

 

Ich habe ihr eins gepustet, lass sie doch reden, dachte ich mir. Ich gehe, wenn ich fertig bin. Und ich bin noch nicht fertig!

Erst muss ich noch in das Köfferchen steigen. Schnupper, schnupper.

Hilfe ich sitze fest. Rein kommen geht besser, wie raus kommen.

Ach ja, und was ist das für eine Schnur? Was baumelt die denn so rum?

Ich sollte sie mal fest halten.

 

Na was ist jetzt? Kommst du wohl her! Nun halt doch endlich still.

Und hör endlich auf zu summen.

Mir brummt schon der Schädel. Ihr wisst doch, dass wir Katzen empfindlich sind was Lärm betrifft.

 

Also - als Kater hat man es bei der Fußpflege anderer aber auch nicht leicht.

Die Neue hat das Teil abgelegt. Natürlich auf den Wannenrand. Weiß sie denn nicht, dass das mein Platz ist? Ach ja- wo her denn auch, sie ist ja das erste Mal bei uns.

Oh, oh. Beinahe wäre das Teil runter gefallen.

Meine Katzenmutter ist am aufgeben und hält endlich ihren Mund.

Felidae vorne, Felidae hinten. Mach dies nicht, mach das nicht.

Ich bin doch nicht ihr Kind.

Ich glaube ja, ich bin ihr peinlich, weil ich so neugierig bin.

Aber sie hat keine Chance an mich ran zu kommen, sie sitzt nämlich auf ihrem Stuhl fest und lässt sich ihre Zehnägel kürzen.

 

Dass ich nicht lache, so was mache ich mit links. Eine Verrenkung in die richtige Richtung und schon putze ich mir die Nägel. Soll sich meine Katzenmutter mal an mir ein Beispiel nehmen, da spart sie sich eine Menge Geld und wird noch richtig gelenkig dabei.

Ich sollte mich wohl lieber der Tüte hinter der Neuen widmen.

Auch auf die Gefahr hin, dass das meiner Katzenmutter nicht passt.

Schön- die ist leer.

Ich bin drin, alles leer, riecht irgendwie frisch. Wieder raus? Na gut.

Das ganze noch mal. Eigentlich kann ich die Tüte doch auch für ein Nickerchen missbrauchen. Oder?

Ach du liebe Güte!

Was ist denn das jetzt?

Hilfe ich rutsche mit samt der Tüte.

Weg jetzt hier! Das reicht. Das ist ja gefährlich.

Einfach so los zu rutschen, blöde Tüte.

Ich verziehe mich jetzt nach ganz oben auf meinen Kratzbaum. Da kann ich alles überblicken und Tüten können mich hier oben auch nicht ärgern.

Mein Nickerchen halte ich lieber hier oben in luftiger Höhe, das ist mir sicherer.

 

Also machst gut bis zum nächsten Mal.

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links Atze 14 Jahre alt - rechts Felidae 8 Jahre alt

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Entengrütze am 6. Juni 2004

Ihr wisst ja, dass mein Lieblingsplatz das Aquarium ist.

Von da oben kann ich alles gut überblicken.

Selbst wenn meine Menschen denken ich schlafe, weit gefehlt, ich beobachte sie auf Schritt und Tritt.

 

Für mich stehen ja schließlich auch alle Türen auf, denn meine Runden sind mir heilig. Ich verschaffe mir schon Einlass, wenn doch mal eine Tür versehentlich zu ist.

Der Teppich ist dann nicht mehr vor mir sicher. Aber wenn meine Menschen diese Lektion brauchen, sollen sie diese haben.

Ich muss mich ja nicht quälen, das Gefransele wieder in die Schiene zu schieben.

 

Ich marschiere dann nur stolz hoch erhobenen Hauptes an ihnen vorbei. Und mein kurzer Schulterblick zeigt ihnen dann ganz deutlich: „Das habt ihr nun davon, lasst doch gefälligst die Türen auf. Ist doch eure Schusseligkeit. „

 

Heute will ich euch mal von meinen Angelerfolgen berichten.

Ich lasse es mir ja nicht nehmen überall meine Nase rein zu stecken.

Also was sein muss, muss sein! Unsere Spezies ist da ja auch ganz eigen! Wir müssen um jeden Preis alles, aber auch wirklich alles wissen und möglichst drauf rumkauen oder wenigstens anschnuppern.

So ist das auch mit dem Inhalt dieses Aquariums.

Wenn ich gut drauf bin, mach ich doch glatt mal mit einer Kralle die Klappe auf. Meistens fällt das blöde Ding dann gleich mal zu den Fischen.

Die stieben natürlich in alle Ecken, glaub ich jedenfalls.

Denn die plötzliche Wasserbewegung kommt sicher nicht nur vom Reinfallen der Klappe.

Aber was ist das? Ich sehe nur grün!

Wieso sehe ich keinen einzigen Fisch?

Es ist zum Verzweifeln!

Meine Pfote fällt ganz aus Versehen ins Wasser.

Äh, jetzt ist die nicht nur nass, sondern auch noch grün.

Was ist das nur für Zeug? Mal sehen ob es schmeckt?

Katzen und Grünfutter, das ist doch zum Katzenjammern.

Die ganze Wasseroberfläche ist voll davon und ich kann mir nicht einen Fisch schnappen, weil ich sie vor lauter Grün nicht sehe.

 

Jetzt aber sollte ich mich ganz schnell schleichen, meine Katzenmutter ist im Anmarsch.

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Eine schöne Katzendame 10.Juni 2004

Nachdem morgens meine Menschen aufgestanden sind, wird im größten Zimmer die Balkontür geöffnet und ich springe mit einer eleganten Bewegung auf das Geländer.

Wir wohnen Parterre. Sollte ich also mal zu viel Schwung haben und einen auf Überflieger machen, falle ich nicht allzu tief.

 

Nach außen hin ist am Balkon ein langer Blumenkasten angebracht. Darin stehen 2 mit Erika und Buxusbaum bepflanzte Blumenkästen. Der Platz für den 3. Blumenkasten haben meine Menschen für mich frei gelassen.

Dort liegt mein Handtuch und wann immer sie die Tür auflassen, nutze ich die Gelegenheit um mich im Blumenkasten zu sonnen.

 

Da ich ja neugierig bin, wie ihr schon wisst, habe ich natürlich meine Augen und Ohren sehr weit offen, wenn ich da draußen liege.

Von Hummeln, über Wespen und Bienchen, Käfern, Spinnen, allerlei Vögeln und abends auch noch Fledermäusen ist an fliegendem Getier wohl so ziemlich alles vertreten was meiner Aufmerksamkeit nicht entgeht.

Da ich eigentlich ein reiner Hauskater bin, hat meine Katzenmutter alle Hände voll zu tun, mich im Blumenkasten zu halten.

Bisher hat sie es gelassen, meinem Freiheitsdrang durch ein Katzennetz Einhalt zu gebieten. Mal sehen wie lange noch!?

Wenn es ihr aber zu bunt wird, weil ich mehr außerhalb des Kastens hänge, nimmt sie mich auf den Arm und schwuppdiwupp bin ich wieder im Zimmer. Die Balkontür wird geschlossen und ich habe das Nachsehen.

 

Zwischen mir, der frischen Luft und dem Gekräuche und Gefläuche da draußen, liegt wieder so etwas großes Undurchdringbares. Da kann ich dran herum scharren mit meinen Krallen, das wird nix, ich komme da nicht durch.

Auch wenn ich mein Klagelied verlauten lasse, hilft alles nix, meine Katzenmutter lässt sich nicht erweichen.

Na ja, ich gebe es ja zu, manchmal übertreibe ich es ja auch.

 

Oft stelle ich mich taub, wenn sie ihr scharfes „Felidae“ ertönen lässt. Das ist eigentlich das Zeichen für mich, ein klitzekleines Bisschen aufzuhören mit dem Scheiß den ich da gerade verzapfe.

Aber wie ihr wisst, wer nicht hören kann muss fühlen und es passiert das was ich da oben schon beschrieben habe.

Heute Morgen war es wieder ganz schlimm mit mir.

Was kann denn ich aber auch dafür, dass genau zu dem Zeitpunkt, wo ich die ersten Sonnenstrahlen genießen darf, ein wunderschönes orange farbenes Katzentier sich auf leisen Sohlen an unseren Balkon heranschleicht?

Kann mir das mal jemand verraten?

Da bekomme sogar ich als kastrierter Kater einen Flipper!

Bei dieser Schönheit doch kein Wunder! Die Orange muss doch nicht wissen, dass diese gewisse Sache ein für alle Mal vorbei ist. Muss ich ihr so was auf die Nase binden? Ich bin doch nicht blöd!

 

Meine Katzenmutter wundert sich gar sehr, warum ich so aufgeregt mit meinem Schwanz an die Innenwände des Blumenkastens schlage, und schon wieder zur Hälfte aus dem Kasten hänge. Mein Bauch hebt und senkt sich schnell vor Aufregung.

Was geht denn bloß in meinem Kopf vor?

Meine Flanken beben, meine Nase zuckt, die Schnurrhaare vibrieren. Ich habe Witterung aufgenommen.

Diese Schönheit ist echt und keine Fatamorgana.

Meine Katzenmutter hebt mich rein.

Ich wieder raus.

Wieder rein.

Jetzt ist es ihr zu bunt.

Sie beugt sich über die Brüstung und sieht - diese Schönheit, meine Angebetete,

zu der ich am Liebsten runterspringen würde.

 

Wer aber lässt dies nicht zu? Drei Mal dürft ihr raten!

Jetzt schaut nur noch mein Kopf über die Brüstung und sie ist froh darum, geht und holt etwas. Kommt zurück, beugt sich über die Brüstung und es macht mehrmals klick.

Meine Schöne hat sich in Positur gelegt und betet mich schmachtend an.

Aber ich kann doch nicht runter springen!

Da ist doch diese Aufpasserin hinter mir. Wie ein Schießhund steht sie auf der Lauer und beobachtet mich mit scharfem Blick.

Sie lässt nur zu, dass mein Kopf raushängt. Vorderpfoten und Bauch müssen im Kasten bleiben.

Sie gönnt mir aber auch nicht das kleinste Vergnügen.

Das ist doch obergemein, wo sich doch die Katze meines Herzens auch noch rollt und mir ihren schönen Bauch zeigt.

Sie da unten, ich hier oben. Was kann daraus werden? Nichts!

Sie weiß es, erhebt sich gemächlich und genüsslich, mit welchem Gedanken auch immer, wirft mir noch einen letzten Blick zu und verschwindet zwischen den Büschen.

Ich, der Zurückgebliebene, will zu ihr. Nur meinen Hinterpfoten und den Schwanz hoch in die Luft gestreckt sind noch im Blumenkasten. Meine Vorderpfoten haben schon das Ende des Kastens erreicht, nur noch ein kleines Stückchen und ich bin bei ihr.

 

Da packen mich zwei Hände, unbarmherzig, trotz meiner Gefühle und meines Protestes.

Ein leichter krallenloser Hieb ins Gesicht der Spielverderberin, und ich bin wieder hinter einer verschlossenen Balkontür.

Mein Gejaule und mein Kratzen an diesem grässlichen durchsichtigen Ding, es hilft alles nichts, die Tür bleibt geschlossen.

Ich beginne zu schmollen.

Als ich gerufen werde, würdige ich sie keines Blickes, lege mich vor die Tür und schließe die Augen.

Ignorieren ist das Einzige was mir hilft über diesen schmerzlichen Abschied hinweg zu kommen.

 

Mal sehen wie lange ich durchhalte.

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Und mein Freund Atze hat natürlich alles nachgemacht.


Atze kann überall schlafen sogar auf dem Drucker!

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Intermezzo vom 27.Juni 2004

Es naht der Abend in Riesenschritten. Draußen ist es schon schummrig.

Ich liege in meinem Blumenkasten auf dem Balkon und schaue den Amseln zu, wie sie Würmer für ihre Nesthocker suchen, finden und im Schnabel halten, die Umgebung spektakelnd nach Feinden absuchen, und dann im großen Ahornbaum neben unserem Balkon verschwinden um ihre Kinder zu füttern.

 

Es ist ein reges Treiben in diesem Baum, denn dort leben auch noch Meisen.

Später am Abend folgen dann auch noch die Fledermäuse. Wo die allerdings herkommen weiß ich beim besten Willen nicht.

Sie segeln in elegantem Flug ziemlich dicht an unserem Balkon vorbei. Zum Krallen nah!

Aber meine Katzeneltern passen zu genau auf, dass ich ja nicht in die Versuchung komme auszubüchsen, um mir so ein kleines Getier zu holen.

Ich hätte es zum Fressen gern.

Wenn dieses Gefläuche um mich herum geschieht, bedarf es meiner höchsten Aufmerksamkeit und Konzentration.

 

Plötzlich aus heiterem Himmel kommt meine kleine Liebesgeschichte daher stolziert.

Aufmerksam, sich nach allen Seiten immer wieder vergewissernd, mit hoch erhobenem Schwanz kommt sie daher geschwänzelt.

Sie erblickt mich in meinem Blumenkasten, verharrt einen kleinen Moment, erinnert sich ob unserer ersten Begegnung und kommt weiter auf mich zu. Immer den Blick auf mich gerichtet.

Vielleicht in der Hoffnung das ich zu ihr komme?

Sie steht vor dem Balkon und schaut mich mitleidig an.

Will ihr Blick mir sagen, du weißt ja gar nicht was du hier draußen verpasst?

Meine orangefarbene Liebe- - ich weiß es, denn eine Nacht und einen Tag habe ich das traute Heim verlassen.

Ihr quer gestreifter Schwanz pendelt von einer Seite auf die andere. Mein Schwanz schlägt abwechselnd links und rechts an den Blumenkasten. Wir sind beide sehr aufgeregt.

 

Ich für meinen Teil bin bereit zu ihr zu gelangen, aber wer steht hinter mir? Natürlich meine Katzeneltern, wer sonst? Sie halten mich vom Sprung zu meiner Geliebten ab.

Sie merkt zu schnell, dass ich nicht zu ihr kommen kann, dreht sich zur Seite, blickt mich noch einmal mitleidig an und schleicht von dannen.

Auf dem Fußweg angelangt schaut sie noch einmal zurück und wegen dieses Blickes setze ich zum Sprung an.

Mich aber umfassen im selben Augenblick zwei Hände und ziehen mich sanft zurück.

Es ist kein Entkommen möglich und ich gebe auf.

 

Ich werde auf den Arm genommen und erst im Wohnzimmer auf festen Boden gesetzt. Die Tür wird geschlossen.

Mach´s gut Geliebte- auf ein nächstes Mal.

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Das ist Atze ca.14 Jahre alt auf seinem Lieblingsplatz dem Aquarium.

Diesen habe ich ihm freundlicherweise überlassen, weil der so schön warm ist.

Guckt euch doch mal den spaken Hungerhaken an, den kann ich doch nicht frieren lassen.

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ENDE

Ich bedanke mich herzlich für Ihr Interesse !

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